Wenn Blech große Wellen schlägt

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Fast zwei Wochen ist es jetzt her. Das verheerende Erdbeben in Nepal. Seit gut zehn Tagen ist Suman zurück bei seiner Familie, seinen Freunden, seinem Dorf. Das Ausmaß der Zerstörung hat jetzt Zahlen: Vindal verlor 35 Häuser von 60, Roshi und Chindu etwa 200. Die ganze Dorfgemeinschaft kampiert momentan auf einem Reisfeld. Zusammen. Denn das wichtigste ist, jetzt zusammen zu halten.
Um sicher zu gehen, dass jedem geholfen wird, Geld nicht verpufft und somit die Hilfe unergiebig wird, haben Suman und ein Hilfskomitee von sieben Dörflern systematisch die Verteilung der Hilfsgüter begonnen. Es wurde aufgenommen, welche Häuser fatal betroffen sind und somit unbewohnbar geworden sind und welche restauriert werden können, welche Familien trotz der schweren Zeit noch Einkommen haben, welche Familien komplett betroffen sind, kein Geld und somit auch keine Nahrung mehr haben und in nächster Zeit bekommen werden. Danach wird verteilt. Die Grundversorgung muss für alle gesichert werden, nur so kann auch dem Dorf, der Gemeinschaft und schlussendlich jedem geholfen werden.

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Mehr als 300kg Reis sollen zunächst Kraft und Ausdauer spenden. Als erstes wurden die schwersten betroffenen Familien mit je einem 15kg Sack ausgestattet. Gespendete Schlafsäcke spenden Wärme in der Nacht, Zelte sichern Trockenheit bei dem frühzeitig angefangenen Monsun. Doch wenn es regnet, regnet es richtig. Unerbittlich rieseln Tropfen vom Himmel, wenn nicht Murmel groß, dann aber auf jeden Fall staubfein. So fein, dass es durch alles hindurchgeht. Wie lange die Zelte Trockenheit bieten, ist ungewiss.

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Um der Ungewissheit zu entkommen, entschied Suman, nicht noch weitere Zelte zu kaufen. Wellblech! Wie schnell man Bestallungen für die Tiere bauen kann, wusste man. Wiese dann nicht erstmal kleine, trockene Behausungen für alle. Erstmal provisorisch, danach dann richtig. Jede obdachlose Familie hat zunächst ein Paket Wellblech bekommen. Ein Paket meint 1m x 2m Blech, sieben Stück davon. 4600 RNs, also ca. 45€ pro Paket. 14 Quadratmeter eigenes Zuhause, die die Hoffnung in den Augen wieder aufflammen lässt, Gesichter mit einem Lächeln zeichnet. Samstag werden die nächsten Bleche gekauft, der nächste Reis verteilt. Großen Dank an alle Spendenden, die sichergehen können, dass die Hilfe nicht im Sand versickert, sonder kräftige und weite Wellen schlägt wie das Blech auf dem Dach.

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Aus dem Vogel zu den Affen

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Um 11.00 war es dann soweit: Ich war angekommen. Raus aus dem Flieger und rein in den International Airport Kathmandu. Der zwar nicht danach aussieht, aber so heißt. Ich war schon eingestellt auf eine lange Visa-Prozedur, hatte meine Passbilder, meinen Reisepass und das nötige Kleingeld zur Hand und dann kam alles anders als gedacht: Einfach den Reisepass einscannen, Kamera per Touchscreen auslösen und kurzer Hand die Daten meines Verbleibs eingeben; dann spuckte die Maschine einen „Einkaufsbon“ aus, mit dem man schlicht weg an den richtigen Schalter ging, das Geld zahlte und schon hatte man sein Visum. Danach folgten die Einfuhrkontrollen, an denen ich einfach vorbeigehen konnte, was vielleicht an dem Sakko lag. Denn: Sakko geht immer!

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Poonam wartete schon auf mich und wir fuhren direkt mit dem Taxi nach Thamel, wo ich die nächste Zeit wohnen sollte. Das Hotel war schnell gefunden und so ging es nach einem deliziösen Frühstück im Cafe Gaia auch unmittelbar zur ersten Anlaufstele Swajambunath, dem Monkey Temple im Herzen von Kathmandu.

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Nach gefühlten 400 Stufen, die den ganzen Affen sichtlich leicht fielen, da sie diese hochsprangen und runter rollten, war die riesige Stupa, von der man sagt, dass sie einfach eines Tages erschienen sei, erreicht. Umgeben von Gebetsrollen, überdacht von tibetanischen Tüchern und unterhalten von den ganzen Affen, hatte man dazu noch einen atemberaubenden Ausblick über Kathmandu und wurde sich des Ausmaßes dieser Stadt erstmal bewusst.

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Mit Johnnie W. weit oben über dem Meer

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Meine Reise begann wie die viele anderer am Düsseldorfer Flughafen und sollte schnell und in hohen Lüften vorangehen. Den ersten Stop hatte ich dann in Abu Dhabi, wo ich nur händeringend das Angebot von 30% beim Kauf von drei Lamborghini ausschlagen konnte.

Von dieser Welt, wo Geld nicht so eine große Rolle spielt, weil anscheinend jeder genug hat, ging es mit jenen weiter, die darunter leiden und ausgebeutet werden: Gastarbeitern aus Bangladesch. Anfangs sehr schüchtern und wenig gesprächig, musste erst der Stuart mit reichhaltigem Angebot von alkoholischen Leckereien für den Umschwung sorgen. Und das tat er auch… Schon nach den ersten Red Labels in den luftigen Höhe schwang die Stimmung im Flieger nach Mumbai erstaunlich schnell um. Es wurde lautstark diskutiert und jeder lud den Nachbarn zu einem neuen Getränk ein. Der Reichtum war durch Menschlichkeit verdrängt worden!

Nun hieß es schließlich nur noch ein Flug Richtung Kathmandu! Jener war nicht so spektakulär und auch weniger kommunikativ. Ich hatte das Gefühl, dass das ganze Flugzeug äußerst müde war, aber keiner wirklich schlafen konnte. Auch nicht nach einer erneuten ausgiebigen Mahlzeit, denn eins ist gewiss, im Flugzeug muss nun wirklich niemand Hunger leiden…