Mit einem Mal zurück auf LOS

Kathmandu Valley

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Monopoly kennt jeder. Da hat man so viel gewürfelt, ist kurz vor der Königsallee, die noch zu kaufen ist, und man zieht bei dem Ereignisfeld: „Ziehe direkt auf Los und nimm keine 4000 Mark ein.“ Jeder ärgert sich, doch wirklich schlimm ist es nicht. Schließlich handelt es sich nur um ein Spiel.
Anders gerade in Nepal. Die Leute waren annähernd auf dem Weg, wieder ein halbwegs normales Leben zwischen den Trümmern des jetzt zwei Wochen zurückliegenden Erdbebens zu führen. Über zwanzig Wellblechhütten wurden gebaut. Trümmer wurden weggeräumt. Jeder packte mit an. Das Gefühl von Normalität wurde immer größer. Das Ende der Beben schien nah.
Doch dieser Traum geriet gestern ins Wanken und stürzte in sich zusammen wie weitere 40 Häuser in Roshi. Ein Beben der Stärke 7.3 ganz in der Nähe von Roshi. Heute morgen wieder eins. Verletzt wurde niemand. Doch die Panik war wieder da. Genauso groß wie vor zwei Wochen, wenn nicht noch größer.

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Nun geht es von vorne los, wie bei Monopoly. Auf in eine neue Runde. Entmutigen lassen sich Suman und alle anderen nicht, im Gegenteil. Die neugebauten Wellblechhütten halten Stand. Die Handgriffe sitzen mit jedem Tag und jeder neu errichteten Hütte besser. All das spendet Kraft für weitere Hilfe und Hoffnung, alles bald ausgestanden zu haben. Und das merkt man an dem unermüdlichem Lachen in den Gesichtern…

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Der Mann da im Ananda

Panauti

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Nun ging es raus aus Thamel. Raus aus Kathmandu und somit auch raus aus dem ganzen Stress, dem Smog, den Menschenmassen und den hupenden Autos und Bussen. Sie alle nutzten die Funktion der Hupe. Jeder. Immer. Überall. Ununterbrochen und ständig. Einfach nervig. Also wurde der Bus genommen, die Flucht ergriffen…

Zwei Stunden oder mehr ging es über holprige Straßen mit viel zu viel Verkehr. Oft wurde angehalten. Mal steigen Leute ein. Mal steigen Leute aus. Wie in einem Fahrstuhl, nur nicht so schnell. Nicht nach oben oder unten, dafür um so enger.

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Schließlich war ich da: Panauti. Umarmt von den Bergen. Beobachtet von der weit oben stehenden Sonne und zart gestreichelt von den Flüssen, die im Herzen zusammenliefen. Ein toller Empfang in einer Stadt, die sich gut anfühlt. Über die kleine Brücke ging es. Durch schmale Gassen, vorbei an kleinen alten Häusern, über erleuchtete Plätze. Immer Richtung Tempel. Denn dort sollte das Guest House zu finden sein und auch Krishna, Betreiber jener Unterkunft und ein guter Freund von Freunden.DSC_0177

Nach einer Runde um und durch Tempelanlage, die nicht nur spiritueller Ort, sondern Treffpunkt für alle Altersschichten und Sportanlage ist, fand ich mich vor einem schmalen Haus mit geöffneten Fensterläden wieder. War es das? Ein kurzes Nachfragen und es war klar: Dieser Mann da im Ananda war Krishna und sollte auch guter Freund von mir werden.